Logo Volksgeld gross
 

20. Wechselkurs-
20. und «Stabilisierungsfrage»

Die Wechselkursfrage ist die Frage des Kaufkraftverhältnisses der jeweiligen Währungen zueinander.

Die naturgemäß unterschiedlichen Preis-(Kaufkraft-)Verhältnisse der einzelnen Währungen resultieren aus der naturgemäß unterschiedlichen Leistungskraft – und Fähigkeit der einzelnen Volkswirtschaften.

Die bürokratische Manipulierung («Stabilisierung») dieser Wechselkurse in Einzelfällen oder generell wäre – abgesehen von dem bürokratisch-diktatorischen Aufwand – so unnatürlich und ohne Nutzen für irgendeine Volkswirtschaft wie die bürokratisch-diktatorische Manipulierung («Stabilisierung») von Inlandpreisen zwecks eines imaginären (nur scheinbar erzielbaren, nur in der Einbildung möglichen, unwirklichen) «stabilen» Indexpreises.

Dieser ergibt sich entweder zeitweilig naturgemäß aufgrund verschiedenster hundert- und tausendfältiger Einflüsse – Umweltbedingungen, Leistungsfähigkeit, Produktivitätsentwicklung, Produktionskostenfaktoren usw. oder gar nicht.

Das Schwanken der Inlandpreise und danach des Preisindexes, der die Leistungskurve der Volkswirtschaft anzeigt, ist ebenso naturgemäß, zwangsläufig und symptomatisch wie danach das Schwanken der Wechselkurse. Der Versuch oder die Behauptung der volkswirtschaftlichen Notwendigkeit einer (bürokratischen) «Stabilisierung» ist ebenso unmöglich wie unsinnig. Damit ist freilich nicht gesagt, daß «Stabilisierungs-»Manipulationen nicht dem Nutzen und der Freude einiger Interessengruppen dienen…

Die naturgemäßen Schwankungen der inländischen Preisindexe wie dementsprechend der Wechselkurse wären überdies so geringfügig, volkswirtschaftlich so bedeutungslos, daß gar kein wirklicher Grund zu irgendwelchen unnatürlichen, bürokratisch aufwendigen «Stabilisierungs » Maßnahmen vorhanden wäre. Einschneidende, plötzliche Veränderungen könnten nur aufgrund von Naturkatastrophen, Epidemien oder unerkannte Falschgeldoperationen eintreten. (Letzteres ist offensichtlich seit Jahrtausenden, mit geringen Unterbrechungen und wechselnden Steigerungen im Schwange.) Die notwendigen «Stabilisierungsmaßnahmen» könnten demnach nur in der möglichen Verhinderung von Naturkatastrophen oder in der Abstellung jener legalen Falschgeld-«Stabilisierungs-»Operationen bestehen.

Wechselkurse müssen demnach, sollen sie ihre Aufgabe zum Nutzen der Gesamtheit erfüllen, ebenso wie ihre Preise frei, unmanipuliert und unreglementiert sein.

Die wechselnden Stellungnahmen der privat – wie staatsexperimentellen «Währungshüter» zur Wechselkurs- oder Preis-«Stabilisierungsfrage» zeigen auch hier deutlich einerseits das Interessengefüge der mit diktatorischen Vollmachten operierenden «Währungshüter», andererseits die totale Unwissenheit oder Abhängigkeit der einschlägigen Wissenschaft und «Wissenschafter».

Der Verfasser erinnert sich an ein öffentliches Diskussionsgespräch mit dem FDP Wirtschafts-«Star-»Professor Dahrendorf 1969 in Mannheim. Frage an Herrn Professor Dahrendorf: «Ihre Ausführungen berührten nur die betriebliche Vermögensbildung – und Verteilung – und auch diese nur unzureichend. Die (leistungs-)gerechte Verteilung des Volkseinkommens blieb ausgeklammert. Dies aber ist die soziale Grundfrage. Dazu müßte das Notenbankgesetz geändert werden. Nach Angaben anderer FDP-Politiker sind Sie für diese Programmfrage zuständig. Wie stehen Sie dazu?» Dahrendorf: «Das klingt mir doch sehr nach Patentrezept.» Entgegnung: «Dagegen stehen wohl die bewährten Kurpfuscherrezepte!» Die Entwicklung beweist es. Die FDP kurpfuscht – wie übrigens alle politischen Parteien.

Frau dipl. Volkswirt Weiland-Ewert von der «Zentralstelle für rationales Haushalten» («Beratungsdienst der Sparkassen») und Verfasserin einer für Berufsschulen bestimmten Schrift «Grundfragen des Geldes und der Währung» stellt deshalb immerhin schon die Frage: «Wird der Zusammenhang zwischen Geldwert… und kreditärer Geldausweitung… nicht ernst genug genommen?»

Obwohl teilweise in anderen Kapiteln und Zusammenhängen schon berührt, sollen die vorerwähnten Darstellungen der Preis-Wechselkursmanipulationen zusammenfassend dokumentiert werden:

Versteckt hinter festen Wechselkursparitäten des Dollar zu vielen anderen, vor allem zu den wichtigsten westlichen Währungsländern und zum Goldpreis, konnten sie fast beliebig Dollar drucken und so, zusätzlich zum Rahm der eigenen Volkswirtschaft, einen Gutteil der Leistungsfrüchte dieser Länder absahnen.

Durch «Währungsabkommen» wie jene von Bretton Wood versuchten die Wallstreet-Hochfinanzkreise ihre führende Position bei der Ausbeutung der nationalen Wirtschaften zu festigen.

Erst als sie dieses Spiel zu toll getrieben, wurde die Unhaltbarkeit der Wechselkurse dieser Länder zum Dollar und der eingefrorene Dollarpreis zum Gold offenkundig. Durch die Marathon-Dollarinflation der Hochfinanz wurde das Bretton-Wood «Sklavenabkommen» unterspült. Ungefähr bei der Hälfte des bisherigen Kurses pendelte sich der Dollar-Wechselkurs ein. Beim Goldpreis wurde die Entwertung des Dollar offensichtlich, als die US-Regierung den Gold-Dollarpreis freigab.

Auf einmal erkannten auch die europäischen «Währungsexperten», welcher Betrug hinter festen («stabilisierten») Wechselkursen steckt und sie plädierten nunmehr plötzlich und fast einhellig für freie Wechselkurse!

Im EG-Binnenverkehr jedoch versuchen die verantwortlichen «Superexperten», die «Währungs-Weisen», Finanzminister, Wirtschaftsminister und Notenbanker, weiterhin die Verfälschung des leistungsgerechten Handels, dessen Zeiger der freie Wechselkurs ist. Sie erfinden Wörter und Sprüche wie «Bandbreiten», «Währungsschlange», «Floating» usw. und binden den «Zeiger» an. Hat man schon einmal der vom Volke gewählten «Politiker» dazu sachlich Stellung nehmen hören? Sie nicken dazu oder schütteln verwundert die Köpfe…

 

Zurück

 

Weiter

 

 

Pfeil zurück Zur Heimseite Logo Volksgeld klein e-Brief:  webmaster@Volksgeld.ch