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17. Die Steuerfrage

Steuern werden erhoben und sollten verwendet werden, um Aufgaben der Gemeinschaft, die Einzelne nicht besser erfüllen können oder wollen, durch die von der Gemeinschaft bestellte Verwaltung erfüllen zu lassen.

Das Steuerwesen sollte daher sein:

  a.  gerechtfertigt in der Gesamthöhe und Verwendung der Steuerlast;
 
  b.  gerecht in der Verteilung der Steuerlast;
 
c.  rationell in der Erfassung (Berechnung) und Einhebung (Zahlweise).

Gerechtfertigt ist die Gesamtsteuerhöhe, wenn sie demokratisch von der Allgemeinheitsvertretung, z. B. dem Bundestag, im Prozentverhältnis zum Geldvolumen, festgesetzt wird. Gerecht verteilt sind Steuerlast und Steuergelder, wenn das Steuergeld an die Gemeinden, entsprechend ihrer Bürgerzahl, aufgeteilt wird.

Danach bestimmen die Gemeinden eines Kreises auch die Mittel und Aufgaben für den Kreid, die Kreise bestimmen die Mittel für das Land, die Länder beschließen die Mittel und Aufgaben für die Bundesverwaltung.

Nur so ist die sonst wuchernde «Parkinsonsche Krankheit» der Bürokratie in Grenzen zu halten. («Das Parkinsonsche Gesetz», rororo 873 und «…alles von unserem Geld, rororo 933).

Der vertretbare Steueraufwand

ergibt sich übersichtlich und in der Regel aus zwei dynamischen, lebendigen Größen:
 
  a.  Der Anzahl Bürger;
 
  b.  Dem ungefähren Brutto-Sozialzuwachs.

Damit halten sich nach menschlichem Ermessen Preissenkungen durch Produktivitätsfortschritt und Preissteigerung durch Gemeinschaftskosten (Steueraufwand) ungefähr die Waage.

Dadurch wird ein etwa gleichbleibendes Gesamtpreisniveau (Lohn- und Preisstabilität) erreicht sowie eine beitragsfreie Mindestrente bei stetig herabgesetztem Rentenalter ermöglicht (siehe auch: «Preisstabilisierung»).

Steuerlastverteilung

Gerechte Steuerlastverteilung kann grundsätzlich nur bedeuten: jeder, der aus der Arbeitsgemeinschaft der Volkswirtschaft Nutzen zieht, soll den gleichen Prozentsatz dieses Nutzens als Steuerabgabe leisten.

Damit erhebt sich zunächst die Frage:

Wie ist der Einzelnutzen festzustellen und steuerlich prozentuell zu erfassen?

Auch hier ist die Lösung einfach und naheliegend: wenn Geld Anteilsquittung für erbrachte Leistung und Bezugschein für Gegenleistung ist, so steckt auch der Nutzen des Leistungstausches für jedermann in der Gegenleistung. (Leistungstausch ohne gegenseitigen Nutzen gehört wohl nicht zur Regel, kann daher unberücksichtigt bleiben.)

Es gibt freilich auch Theorien, die jede Gemeinschaftsverwaltung und damit auch Steuern für überflüssig halten. Wenn ein solcher Zustand auch wünschenswert wäre, so widerspricht er doch allen menschlichen Verhaltensweisen. Es scheint daher richtiger, sich mehr als bisher mit dem zweckmäßigsten Steuersystem zu befassen.

Die Vorstufe des Gegenleistungsbezuges ist das Geld.

Die prozentuale Besteuerung des jeweiligen Geldbesitzes (der jeweiligen Geldbesitzer) wäre daher die ideale Bemessungs-, Erfassungs- und Einziehungsgrundlage.

Der jeweilige Geldbesitz wird generell erfaßt und besteuert:

  a.  durch (regelmäßigen und fallweisen) Geldumtausch mit gleichem prozentuellem Abzug für jeden Geldbesitzer;
 
  b.  durch Herstellung des benötigten Steuergeldes im Rahmen der demokratisch zustande gekommenen Haushaltspläne – wie oben erwähnt.

Auf die Erhebung von Gemeinschaftssteuern (Allgemeinheitssteuern) wie z. B. Mehrwertssteuer, Lohnsteuer, Einkommenssteuer usw. könnte weitgehend verzichtet; und Löhne und Gehälter brutto für netto ausgezahlt werden.

Steuererklärungen, ob ehrlich oder verlogen, wären weitgehend überflüssig, Steuerhinterziehungen wären unmöglich.

Das Gesundheitswesen könnte wieder stärker privatrechtlich organisiert sein, wodurch der wahnsinnigen Kostenexplosion bürokratischer Handhabung weitgehend Einhalt geboten würde.

Diese «automatische Geldsteuer» hatte bereits in den mittelalterlichen «Brakteaten» einen Vorläufer. («Brakteaten», lat. einseitig geprägte dünne Münzen, 12. Jh.) Sie wurden für die Verwaltung hergestellt und fallweise mit Abzug umgetauscht.

In der Regel wird sich die Geldherstellung zu Steuer- bzw. Haushaltzwecken als die geeignete, rationelle Form der «automatischen Steuer» und für den Bürger kaum spürbar sein, während der Geldumtausch mit Abzug zu Steuerzwecken auf bestimmte Fälle und Notwendigkeiten beschränkt sein wird (z. B. bei Geldfälschungen, Geldraub größeren Ausmaßes).

Durch die Geldherstellung zu Steuer- bzw. Haushaltzwecken wird das gesamt vorhandene Geld – das Geldvolumen – auf kaum spürbare Weise in seiner Kaufkraft um den Prozentsatz des vermehrten Geldes geschwächt. Somit sind die Hauptforderungen an ein Steuersystem: gerecht und rationell, erfüllt. Das Gegenteil der «automatischen Steuer» ist die bürokratische Besteuerung von Waren und Leistungen durch Vorschreibung, Einbekenntnis oder Schätzung. Sie muß zwangsläufig unrationell (kostspielig), ungerecht (kriminalisierend) und schikanös (Klassenunterschiede prägend) sein.

Ausgabenkontrolle

Diese übt der «Rechnungshof» ähnlich den heutigen Einrichtungen, im Sinne seiner Aufgabenstellung.

 

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