Logo Volksgeld gross
 

4. Die (ungelöste) Hauptfrage
4. des Geldwesens

Daß wir es hier mit dem bisher unbewältigten Hauptproblem zu tu haben, sagte nicht nur Karl Marx, als er sich damit befaßte: «…der verwickeltste Gegenstand des ganzen Buches…» (Das Kapital, Abschnitt V), sondern erst kürzlich «einer der einflußreichsten und wichtigsten Nationalökonomen des Westens» (Wirtschaftswoche Nr. 35/1975) in einem Interview: «Unser Hauptproblem ist das Versagen der Geldpolitik» (vgl. Interview der Wirtschaftswoche mit Houthakker)

Infolge der Umwandlung der Tauschwirtschaft – durch die Einführung des Geldes – in eine Ringtausch- oder Verteilungswirtschaft ist auch die Geldfunktion in erster Linie als eine Verteilungsfunktion, als Teil der Gesamtverteilungsfrage, der Sozialen Frage, anzusehen.

Damit würden nahezu sämtliche bisherigen mehr oder minder geistreichen Betrachtungen, z. B. über irgendeine ausgeklügelte – nie zu findende oder einhaltbare – «Parität» zwischen Geld- und Warenmenge, Geldumlaufzwang, Geldumlaufgeschwindigkeit usw. usf. als zweitrangig, z. T. auch als bewußte Verwirrung des Geldkomplexes erscheinen.

Die beliebte Floskel, z. B. Geldmenge und Warenmenge müßten übereinstimmen, zeugt von einer totalen Unkenntnis, einem totalen Unvermögen oder totaler Ignoranz, diese beiden völlig unvergleichbaren Größen in ihren Fakten und Zusammenhängen zu sehen. So wenig man z. B. einen Kubikmeter Luft mit Paar Stiefeln vergleichen kann, so wenig kann man Geldnennwert und Warenmenge miteinander vergleichen.

Auch die Sensationsillustrierte Stern (Nr. 2/1972) schwätzt diesen ökonomischen Unsinn nach: «Die Wirtschaft funktioniert reibungslos, solange der umlaufenden Geldmenge eine ebensogroße Warenmenge gegenübersteht.» Dazu erhielt der Stern einen (nicht veröffentlichten) Leserbrief:

«Geld (Geldnennwert) und Ware lassen sich mengenmäßig nicht miteinander vergleichen. Dies ist auch nicht nötig. Denn jede x-beliebige Geld- und Warenmenge bilden durch ihr Gegenüberstehen – durch ihr Aufeinandertreffen beim Leistungstausch – einen von beiden Mengen jeweils abhängigen neuen Faktor, den PREIS! Wichtig dabei ist, daß GELD ab der Notenpresse nur für die Allgemeinheit, d. h. nur für STEUERGELDZWECKE, und nicht für Einzelne, verteilt wird (wie jetzt z. B. an die Geschäftsbanken).» [Mit «Steuergeldzweck» ist die Verwendung der direkten und indirekten Steuereinnahmen des Staates für den Staatshaushalt gemeint. Die Red.]

Die Geldmenge (Geldnennwert) ist ja nicht irgendeine meßbare Stück- oder Gewichtszahl. Sie ist ein Nennwert, der seine Bedeutung, seinen Inhalt, seine Kaufkraft immer erst durch die jeweilige Warenmenge (Leistungsmenge, Produktivität) erhält! Bei geringerer Waren-(Leistungs-)Menge ist diese Kaufkraft eben geringer, bei größerer Produktivität eben größer.

[Gibt es wenige Kirschen, dann werden sie teurer, d. h. die Kaufkraft des Geldes sinkt. Umgekehrt, wenn es viele Kirschen gibt, dann werden sie billiger, d. h. die Kaufkraft des Geldes nimmt zu. Die Red.]

 

Zurück

 

Weiter

 

 

Pfeil zurück Zur Heimseite Logo Volksgeld klein Kontakt:  webmaster@Volksgeld.ch