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7. Die richtige Gelddefinition

Was alles ist nun wirklich Geld?

Jedenfalls eine ganze Menge mehr, als man bis jetzt wußte oder sagte. Die richtige Gelderklärung ist zugleich auch der Schlüssel zum Verständnis der drei Haupt-Volkswirtschaftsfaktoren, die wir an anderer Stelle noch eingehender besprechen. Hier deren wichtigste Kennzeichen:

a.  Arbeit (Leistung, Produktivität) ist das volkswirtschaftliche Kapital. (Johann Heinrich von Thünen, 1763 – 1850, schrieb: «Alles Kapital bildet sich durch Arbeit». Das heißt: Arbeit ist das Kapital der Arbeitsgemeinschaft Volkswirtschaft; Geld ist ihre Aktie: Teilungs- und Verteilungsmittel für Arbeit und Arbeitsfrüchte.)
 
b.  Verteilung – nach dem natürlichen freiheitlichen Leistungsprinzip – ist Bedingung für eine selbsttätige rationelle, bedarfsrichtige Produktion.
 
c.  Das GELD ist durch und über die präziseste mögliche PREISBILDUNG das ideale Hilfsmittel, um Arbeit und Arbeitsfrüchte freiheitlich und dabei leistungsgerecht zu verteilen.

Geld erhält seine stoffliche Form und seine Funktion durch einen Hoheitsakt des Volkes, durch das Gesetz. Es wird also durch einen Rechtsakt geschaffen und ist damit ab dieser Phase ein Rechtsgut des Volkes, der Allgemeinheit.

Würde jedermann nach Lust und Laune dieses Geld selber, im Aussehen gleiches Geld herstellen dürfen, so verlöre es augenblicklich insgesamt seine Eigenschaft und Fähigkeit zur rationellen, automatischen und allgemeinheitlich leistungsgerechten Preisbildung. Niemand wüßte mehr Preise zu bilden.

Die Wirtschaft würde notgedrungen zur Tauschwirtschaft zurückkehren, genauso, wie wenn – nach fixen Ideen von Marx und anderen Halbdenkern – das Geld gänzlich abgeschafft würde. Zugleich aber, wie die Praxis lehrt, würde wieder jener Prozeß einsetzen, der in der menschlichen Entwicklungsgeschichte zur Bildung eines möglichst hoheitlichen (allgemeinheitlichen) Geldwesens geführt hat.

Dies sei auch am Beispiel einer Aktiengesellschaft verdeutlicht: Würden etwa die Aktionäre – oder auch nur einige von ihnen – von der Verwaltung das Recht erhalten, Aktien für sich oder zum verborgen [ausleihen] herzustellen, so würde es spätestens bei der Gewinnverteilung, bei der Offenlegung der Aktienanteile, zum Durcheinander, zum Aufstand kommen. Es wäre dann unmöglich, den Gewinn nach dem ursprünglichen Leistungsanteil, dem von den einzelnen Teilhabern jeweils eingezahlten Aktienkapital zu verteilen.

Weil die Übersichtlichkeit wie sie in einer Aktiengesellschaft gegeben ist in der Volkswirtschaft fehlt, muß sich jeder Leistungsteilnehmer um so mehr darauf verlassen können, daß die volkswirtschaftliche Aktie, das Geld, nicht für Einzelne, weder zum verschenken noch zum verborgen, produziert wird.

Unternehmensaktien erhält man, wenn man für eine bestimmte Aktienzahl – je nach dem aktuellen Aktienkurs – einen bestimmten Geldbetrag bezahlt. Volkswirtschaftsaktien, Geld, erhält man in der Regel, wenn man dafür Leistungen, zum Preis des jeweiligen «Kurses» der Kaufkraft, erbringt. Damit nimmt man im Gegenzug an der volkswirtschaftlichen Gewinnverteilung, an ihrem Waren- und Leistungsangebot teil.

Man kann somit sagen: Geld ist die Aktie der Volkswirtschaft; Quittung für erbrachte Leistung, Anteil- und Bezugsschein für volkswirtschaftliche Gegenleistung, zugleich Teilungs- und Verteilungsmittel für Arbeit (Leistung) und Leistungsfrüchte. Dabei sollte jeder Teilnehmer sicher sein können, daß sich der «Kurs», die Kaufkraft des Verteilungsmittels, nicht auf künstliche Weise, durch Geldvermehrung für Einzelne (Geldbezug Einzelner aus der Notenpresse), verschlechtert.

Daß sich der «Kurs» – abgesehen von Naturkatastrophen und dgl. – im normalen Verteilungsverfahren am Markt in der Regel nicht verschlechtern kann, soll kurz dargestellt werden.

Der Geldumlauf betrage z. B. 1’000 Geldeinheiten. Die momentanen Geldbesitzer verteilen diese Einheiten nach dem freiheitlichen Teilungs- und Verteilungsprinzip, d. h. in freier Einschätzung des Leistungsangebotes, an die Leistungsanbieter. So erhält gewiß ein jeder von diesen den gerechten Teil des Geldes, der dem Konkurrenzverhältnis, dem Anteilverhältnis der angebotenen Leistungen, entspricht.

[Der «Kurs» pendelt sich im Verhältnis von Angebot und Nachfrage ein. Bei großem Angebot steigt der «Kurs», die Leistung (Ware) wird billiger, der Käufer muß weniger bezahlen. Beispiel: Was vorher 100 DM gekostet hat, kostet jetzt 70 DM. Bei geringem Angebot sinkt er, die Leistung (Ware) wird teurer, der Käufer muß mehr bezahlen. Beispiel: Was vorher 70 DM gekostet hatte, kostet jetzt 100 DM. Die Redaktion.]

Somit werden die bisherigen Leistungsanbieter zu Geldbesitzern und verteilen die erhaltenen Geldeinheiten (die Bezugsscheine) nach ihren Bedürfnissen und ihrer Einschätzung des gegenwärtigen Leistungsangebotes. Nunmehr erhalten sie die unverfälschte Gegenleistung für ihre ursprüngliche Leistung und zwar gewiß das bestmögliche Gegengebot, da sie es sich ja selbst aussuchen können.

Wie wäre also in diesem Verteilungsverfahren eine künstliche Verschlechterung des Kurses, der Kaufkraft, ein manipuliertes Steigen der Preise möglich, da sich Geldbesitzer und Waren-(Leistungs-)Besitzer in ständiger frei gewählter Wechselposition befinden, die vorhandene Geldmenge sich nach dem freiheitlichen Leistungsprinzip verteilt und das Kaufen und Verkaufen auf die Geldnennwert-Menge keinerlei Einfluß ausübt?

Jeder einzelne Leistungsbeitrag trägt aber zur Stärkung, zur Vermehrung des Gesamtangebotes, zur Preisbildung und Kaufkraftentwicklung bei, wie auch jeder Leistungsbezug – oder gar Verschwendung – die Gesamtkaufkraft des Geldes verändert, d. h. verschlechtert.

 

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