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Geld-Ordnung

und Geld-Reform

Die Ursprünge der Einführung eines geregelten Geldwesens liegen im Dunkeln. Assyrer oder Phöniker sollen 5000 bis 4000 v. d. Z. (vor der Zeitrechnung) nach zahllosen Vorstufen wie Salz, Muscheln, Rindern, Metallen und vielem anderen die "Geldpioniere" gewesen sein. Jedenfalls gab es seit dem Altertum, man rechnet etwa 500 v. d. Z. bis 500 n. d. Z. eine in Umrissen erkennbare Geldordnung als maßgebliches Ordnungselement für die arbeitsteilige Weiterentwicklung der Kulturen.

Geld, althochdeutsch "gelt", sollte bedeuten "gelten", "währen". Daraus entwickelte sich auch das Wort Währung. Etwa ab dem 14. Jh. gelangte der Begriff zur heutigen Bedeutung: Ein allgemein anerkanntes Zahlungsmittel zur Erleichterung des gegenseitigen Leistungsaustausches durch seine Eigenschaft, auf dem Markte Preise zu bilden. Die Bedeutung des 14. Jh. ist dabei eng verknüpft mit dem damals schon weltumspannenden Wirken der Augsburger Kaufleute Fugger und Welser unter Karl V, besonders nach der Entdeckung Amerikas 1492. Für Karl V. bauten sie ein Geldimperium auf, mit dem das damals schon internationale Netzwerk der Geldsysteme seinen Siegeszug antrat. Durch riesige, später nicht zurückerhaltene Kredite aus der Gelderzeugung Karls V. ging die Dynastie der Fugger und Welser zugrunde.

Selbstverständlich waren die jeweiligen Landesherren, Kaiser, Könige, Päpste, Fürsten u. s. w. auch immer die Herrscher über das Geld, d. h. seine Erzeuger, seine Herausgeber. Oftmals verpfändeten sie dieses "Geldrecht" an die aus dem Boden schießenden "Bankiers" meist jüdischer Herkunft.

Eine erste geregelte Geldordnung sollte im 12. Jh. im Auftrages des Staufenkaisers Friedrich I. Barbarossa der Erzbischof Wichmann von Magdeburg, Graf von Seeburg, entwerfen. Er ließ die im Lande umlaufenden Münzen ein oder zwei Male im Jahr neu- oder umprägen, jeweils mit einer kräftigen Ausweitung der Münzbestände zu seinen Gunsten. Diese Münzen nannte man Dünnpfennige oder Brakteaten. Das kräftige Aufblühen der Kirchenbesitztümer, die Zeit der Gotik, trug natürlich auch zum allgemeinen Aufblühen von Handwerk und Gewerbe, Kunst, Technik und Wissenschaft bei.

Doch die zunehmende Verschwendung des sich ärgerlich ausbreitenden Pfaffentumes, einhergehend mit einem brutalen inquisitorischen Machtanspruch, rief den Zorn der Bürger und Bauern hervor. Einer der ursprünglich treuen Gefolgsmänner Martin Luthers war der Thüringer Bürgersohn Thomas Müntzer (1490 – 1525). Er verfaßte um 1521 das Prager Manifest, in dem er, gleich Martin Luther, das wie eine Seuche um sich greifende Leih- und Zinsgeldwesen und das "hurerische Treiben der Pfaffen" anprangerte. Gestützt auf die Einführung einer kredit- und zinsfreien Geldordnung forderte er eine "christliche Demokratie". An der Spitze eines aufständischen Bauernheeres wurde er schließlich 1525 bei Mühlhausen/Thüringen gefaßt, gefoltert und hingerichtet. In Stolberg/Thüringen, seinem Geburtsort, gibt es heute ein Thomas-Müntzer-Museum. Ihn und Martin Luther kann man als die ersten großen Gegner des Kredit- und Zinsgeldwesens bezeichnen.

1696 wurde die Bank of England von einem Rothschild-Zweig gegründet. Sie erhielt von der damaligen Königin Stuart-Maria II. und König Wilhelm III. das alleinige Recht zur Papiergeldherstellung.

Das 18. Jahrhundert war dann das "Jahrhundert der Nationalökonomen". In England trat eine Reihe von Finanztheoretikern hervor, wie Smith, Ricardo, Law, George u. s. w. Keiner forderte jedoch konsequent die Überwindung des Kredit- und Zinssystems, trotz mancher Ansätze hierzu.

In Deutschland setzte der Reichsreformer Freiherr vom und zum Stein (1757 – 1831) ein Zeichen. Er schaffte das Leibeigentum ab und bemühte sich um eine Steuerreform mit weitgehendster Finanzsouveränität der Gemeinden im Rahmen einer demokratischen Steuerordnung. Machtgierige Widersacher brachten ihn zu Fall.

Um 1900 entwickelte der Deutschschweizer Silvio Gesell die sogenannte "Freiwirtschaftslehre", worin er zwar die Staatshoheit der Geldherausgabe forderte, dies jedoch mit solch widersprüchlichem und unpraktikablem Beiwerk, daß er damit die gesamte Geldreformbewegung in Mißkredit brachte.

Dennoch griffen in der schweren Notzeit nach dem 1. Weltkriege und während der Weltwirtschaftskrise 1930 – 1932 in Anlehnung daran einige Gemeinden in Deutschland und Österreich zu Notgeldexperimenten. Das bekannteste in Wörgl/Tirol wurde auf Betreiben der österreichischen Nationalbank 1932 verboten.

In dieser Zeit begann in Deutschland der Aufstieg der NSDAP. Ihr Wirtschaftsprogrammatiker war der 1883 in Würzburg geborene Gottfried Feder mit der Parole "Brechung der Zinsknechtschaft". Durch den Einfluß der hinter Hitler stehenden Kreise von Hochfinanz und Rüstungsindustrie wurde Feder 1934 aufs Abstellgleis geschoben.

Ab 1920 entwickelte der Wiener Nationalökonom Heinrich Färber die "ergokratische Volkswirtschaftslehre" (griechisch ergon = Werk, Arbeit, Leistung), ebenfalls eine Freiwirtschaftslehre, jedoch ohne das abstruse Beiwerk Gesells und ohne auf das Judentum einzugehen wie Gottfried Feder.

Gesell, Färber und Feder war die Erkenntnis gemeinsam, daß die immer weiter um sich greifende Schulden- und Zinswirtschaft nicht nur zur ökonomischen, sondern auch zur ökologischen und insgesamt zur sozialen und kulturellen Entartung führen müsse! Die Entwicklung bis heute bestätigt dies in vollkommenem Umfange!

In Anlehnung an die weitgehenden gleichgerichteten geldreformerischen Thesen Feders und Färbers entwickelte sich nach dem 2. Weltkriege in Österreich und Deutschland der reformerische Arbeitskreis Demokratisches Geld-Steuer-Bodenrecht, gegründet 1955 in Frankfurt/Main von Albert Lämmel, Schüler Feders und Färbers, und Frau Dr. Emmy Wagner, prominente Gesell-Publizistin. Sie gaben ein vierteljährlich erscheinendes Blatt mit ursprünglich wechselnden Titeln, ab 1970, nach dem Tode von Frau Dr. Wagner, Der Schlüssel heraus.

Der Arbeitskreis schlug auch eine Lösung für die bis dahin bei Gesell, Feder und Färber offen gebliebene Frage der zeitweiligen zinsfreien Rückführung nicht benötigter Spargelder in den Wirtschaftskreislauf im Zuge eines reformierten Steuersystems vor, eine Frage, die den französischen Ministerpräsidenten Juppé 1996 zu einer Preisfrage an die Wissenschaft veranlaßte. (Eine diesbezügliche Eingabe des Arbeitskreises wurde nicht beantwortet.) Ähnliche Sorgen bewegten 1995 auch schon die österreichische Nationalbankpräsidentin Schauberger.

In offenem Gedankenaustausch mit vielen reformwilligen Gruppen und Personen entstand das Programm 2000. Es wurde im September 1995 beim 1. Europäischen Währungsreformkongreß in Steyr/Oberösterreich in Zusammenarbeit mit dem "Bürgerschutz Österreich" (Vorsitzender Peter-Kurt Weiß, Neutorstr. 55-1 A, 5020 Salzburg) unter großer Zustimmung vorgestellt.

Der Bürgerschutz Österreich, eine lose Organisation mit ungefähr 10 000 Sympathisanten, stützt sich auf das ergokratische Volkswirtschaftsprogramm und sieht seine Aufgabe wie wir in Aufklärungsveranstaltungen und dem Vertrieb von Aufklärungsschriften.

Der 2. Europäische Währungsreformkongreß, gleichfalls in Zusammenarbeit mit dem BSÖ, folgte 1997 in Mödling bei Wien. (Der 3. Kongreß folgte im September 2001 in Klagenfurt. Näheres s. "Der Schlüssel")

Die Hauptforderung und Hauptaussage unseres Arbeitskreises ist seit Beginn unverändert die demokratische Reform der Notenbankgesetzgebung: Geldherausgabe nur für die Allgemeinheit, d. h. nur zu Steuergeldzwecken.

Der derzeitige Präsident der Weltbank, Wolfensohn, erklärte dazu anläßlich des IWF-Weltbankgipfels am 27.9.2000 in Prag: "Mit dem derzeitigen Geldsystem, das 10 % der Weltbevölkerung 80 % der Volksvermögen beschert, kann etwas nicht stimmen!"

 

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